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BX Chips ] [ I820 Chipsatz ] Der Chipsatz ] 370 Chipsätze ] 462'er Chipsätze ] 423'er Chipsätze ]

Die Nachfolge i820

Auf Mainboards für Intel-Prozessoren von Celeron bis Coppermine dominiert derzeit immer noch der Intel hauseigene BX-Chipsatz. 

i820 Chip mit i805 MTH
Die seltsamen Umwege der Leitungen zwischen dem i820 und dem i805 MTH (Memory Translation Hub) deuten auf Rambus hin: Sie bewirken gleiche Leitungslängen und Signallaufzeiten; nur so sind die hohen Taktraten des Rambus realisierbar.

Auch die Funktionsvielfalt der Apollo-Familie des Konkurrenten Via konnte daran nicht viel ändern, der BX blieb der schnellste und beliebteste Meister aller Datenpfade. Intel selbst möchte nun den i820 (Codename Camino) als würdigen Chipsatz-Nachfolger etablieren, der vor allem mit seinem neuem Speicher-Interface auf sich aufmerksam macht: Rambus. 

Bei den Speicherpreisen solcher Rambus Bausteinen drückt es dem Anwender allerdings die Tränen ins Gesicht, denn ein 128-MByte-Modul kostete noch vor kurzem über 1000 Mark. 

Dafür wird der Nachfolger des mächtigen BX Chipsatzes einiges an Leistung aufweisen können. 

 

Die Bedeutung des Chipsatzes in aktuellen Systemen wächst nämlich weiter.

Immer mehr Geräte können ohne direkte Unterstützung des Prozessors arbeiten, benötigen aber Daten aus dem Hauptspeicher oder liefern dort welche ab. Der Chipsatz hat sich zum Hauptumschlagplatz für diese Daten entwickelt, er verwaltet sämtliche Datenpfade des Systems:

Der Frontside-Bus (FSB) verbindet Chipsatz und Prozessor.
Den Hauptspeicher spricht der Chipsatz über einen separaten Bus an.
Über AGP ist die Grafikkarte direkt an den Chipsatz angebunden.
Der PCI-Bus hat sich als Standard-Schnittstelle etabliert, um den Rechner mit weiteren Funktionen wie SCSI oder Firewire auszustatten; die meisten Chipsätze binden zudem die Ultra-ATA-Hostadapter als PCI-Geräte ins System ein.
Unter Geschwindigkeitsaspekten weniger kritisch sind die weiteren Anschlüsse des Chipsatzes: USB-Unterstützung, AC´97-Sound-Kanäle und herkömmliche Schnittstellen wie serielle oder parallele.

Diese Datenpfade arbeiten in allen modernen Chipsätzen weitgehend unabhängig voneinander, um den Prozessor zu entlasten. Er soll in Ruhe rechnen und Daten mit dem Hauptspeicher austauschen können, während der Chipsatz andere Anforderungen ohne seine Hilfe erledigt. So können Festplatten-Adapter die gelesenen Daten direkt in den Hauptspeicher schreiben, oder die Grafikkarte kann sich die benötigten Texturen von dort holen.

Vielleicht als Reaktion auf die absehbar hohen Preise für Rambus-Module hat Intel einen Weg vorgesehen, um den i820 mit herkömmlichen SDRAM-Speichern nutzen zu können. Die Lösung heißt Memory Translation Hub (MTH), ein Baustein, der sich gegenüber dem Chipsatz als RDRAM-Modul ausgibt und intern alle Rambus-Befehle in SDRAM-Zugriffe übersetzt. Er unterstützt 64- und 128-MBit-Chips in maximal vier Bänken. Mit normalen PC100-Modulen schränkt er so den Speicherausbau auf 512 MByte ein, die recht exotischen 512-MByte Registered-DIMMs ermöglichen 1 GByte.

Adapter von Rambus auf SD RAM (Asus)
ASUS hat bereits einen Adapter auf den Markt gebracht, um günstigere SDRAM Module zu nutzen.

Die SDRAM-Unterstützung anderer Chipsätze ist besser: Der Intel BX und VIA 694X erreichen 1 GByte schon mit aktuellen Modulen, da sie acht Bänke verwalten. Warten wir also ab, wie der Markt entscheiden wird. Eines ist aber heute bereits klar, es bleibt interessant im Chipsatz Dschungel. 

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