Bandlaufwerk |
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Ehe die Festplatten sich als übliche
Datenträger durchsetzen konnten, waren Bandlaufwerke bereits das
Standard Speichermedium in den Rechenzentren. Durch den Einsatz der
Tonbandgeräte konnten immer mehr Erfahrungen mit dieser Technik
gesammelt werden, die Laufwerke verbesserten sich ständig und das
Material der Magnetbänder wurde von Mal zu Mal besser und haltbarer. Von den ersten Bändern, Tape genannt, mit wenigen
Megabyte entwickelten sich die Größen bis hin zu vielen Gigabytes. Die
Aufzeichnungsverfahren der Bandgeräte entwickelte sich permanent weiter.
Von einfachen seriellen und sequenziellen Verfahren über
Kreuzpolarisation und speziellen Möglichkeiten die Daten noch sicherer
und in höherer Dichte abzuspeichern geht die Bandbreite. Dabei war neben
der großen Kapazität auch die Langlebigkeit der Tapes (engl. für
Magnetband) ausschlaggebend.
Im Bereich der Datensicherung werden häufig die so genannten Streamer (Andere Bezeichnung für Magnetband-Laufwerk) eingesetzt für die Datensicherung von einzelnen Daten, Festplatten oder ganzen Netzwerken. Die Speicherkapazität eines solchen Bandes liegt auch hier abhängig vom verwendeten Typ zwischen 100 MB und mehreren Gigabytes. Durch den Einsatz moderner Sicherungssoftware, auch Backup-Software genannt, sind solche Systeme sehr beliebt bei kleinen Firmen mit übersichtlichen Datenmengen.
Jahrelang waren die QIC (Abk. für Quarter-Inch Cartridge) Bandgeräte sehr beliebt. Es gab sie in den Standardgrößen 5¼ Zoll als QIC-Cartridges sowie als 3½ Zoll Mini-Cartridges. Die Aufzeichnungsverfahren und Formate waren sehr verschieden, so wurden zuletzt vom QIC Komitee an die 20 Verfahren und über 40 verschiedene Cartridges notiert, mit den unterschiedlichsten Speichergrößen. Heute spielen diese analogen QIC Systeme keine nennenswerte Rolle mehr, sie wurden durch die digitalen Vertreter, den DAT Systemen verdrängt. DAT steht hierbei für Digital Audio Tape. Die Bezeichnungen werden heute üblicherweise in Metern Bandlänge angegeben, wie 60, 90, 120, 125 oder 150 m. Ein einfaches 60 Meter Band fasst dabei stolze 1,3 GByte, ein 90 Meter Band schon 2 GByte Daten. Mit den 120 Meter Bändern lassen sich 4 GByte und mit den 125 Meter Bändern an die 12 GByte Daten abspeichern und auf 150 Meter Bänder passen locker an die 20 GByte. Alle Angaben sind unkomprimiert. Während bei QIC ein wildes Durcheinander existierte gibt es bei den DAT Systemen lediglich vier Gattungen:
DDS-1 mit 60 m Bandlänge und 1,2 GByte, sowie 90 m Bandlänge und 2 GByte Kapazität
DDS-2 mit 120 m Bandlänge und 4 GByte Kapazität
DDS-3 mit 125 m Bandlänge und 12 GByte Kapazität
DDS-4 mit 150 m Bandlänge und 20 GByte Kapazität
DDS Tape-Streamer sind abwärtskompatibel, d.h. ein DDS-2 Streamer kann ebenso DDS-Bänder, ein DDS-3 Streamer DDS-2 und DDS- Bänder lesen und beschreiben. Umgekehrt funktioniert dies jedoch nicht. Audio-DAT-Bänder sollten Sie in keinem Fall verwenden. Zum einen sind Audiobänder wesentlich teurer, zum anderen fehlt ihnen eine Beschichtung, die das Altern der Bänder verhindern soll. Zudem vertragen Audiobänder die kurzen Stopps und Starts, die bei wiederholtem Lesen bzw. Schreiben (Fehlererkennung) auftreten, lange nicht so gut wie Datenbänder. Da die Datensicherungen normalerweise in den Ruhephasen des Netzwerkes durchgeführt werden, also meistens nachts laufen, spielt das größte Problem der Bandlaufwerke keine so große Rolle; es muss für Verzeichniseinträge und Änderungen jedes mal das ganze Band hin und her gespult werden.
Bei großen Datenmengen reicht
ein einfaches Tape oder ein einfacher Streamer oftmals nicht mehr aus,
es müssen Techniken eingesetzt werden mit wesentlich höheren
Aufzeichnungsmöglichkeiten.
Hier kommen DLT-Streamer zum Einsatz. Sie sind eine Weiterentwicklung der DAT Laufwerke und unterscheiden sich sowohl in der Technik als auch in der Aufzeichnungsweise der Daten. Neben den abgebildeten Laufwerken sind auch die Systeme mit einer automatischen Wechseleinrichtung sehr beliebt.
So ist es dann kein Problem Magazine mit 6 oder mehr Bändern für eine komplette Wochen oder Monatssicherung automatisch nutzen zu lassen. Die Backup-Software muss nur angepasst werden.
Ein Nachteil solcher DLT Streamer ist der oft sehr hohe Preis. Sie erhalten für den Gegenwert eines kleineren Netzwerkservers ein brauchbares DLT System mit Wechseleinrichtung.
Wenn Sie große Datenmengen sichern wollen sind Sie bei
DLT Systemen ebenfalls richtig. Aktuell gehen die Datenmengen pro Band in den
Bereich um mehrere hundert GByte. Moderne Fächer- oder Ringmagazine umfassen
mehrere Tausend solcher Bänder, die Datenmengen sind entsprechend groß.
Natürlich erfolgt die Katalogisierung der einzelnen Bänder nur noch über EDV. Es
sind bereits ganze Bibliotheken auf DLT Basis erfasst. Beispielsweise hat das
Deutsche Fernerkundungsdatenzentrum (DFD), die Gesellschaft zur Erderkundung,
den gesamten Datenbestand auf einigen DLT Magazinen und damit jederzeit
abrufbar.
Internet: Deutsches Fernerkundungsdatenzentrum
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