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Intel investiert in Spezialisten für neue I/O-Technik
Insgesamt 9 Millionen US-Dollar investiert Intel zusammen mit einigen
andere Firmen, darunter Venture-Kapital-Gesellschaften, in die
Chipschmiede Banderacom.
Das erst 1999 gegründete Startup-Unternehmen ohne eigene Produktion
konzentriert sich auf das Design von Chips für die so genannte InfiniBand-Technik.
Als zukünftiger I/O-Standard soll InfiniBand die klassischen
Bus-Systeme vor allem in Servern und der Kommunikation zwischen
speziellen Netzwerkgeräten ablösen. Statt als Bus ist InfiniBand als
geswitchtes I/O-System ausgelegt. Über den I/O-Switch sollen einzelne
Ein- und Ausgabeeinheiten, Prozessor-Knoten und I/O-Plattformen wie
Massenspeichereinheiten mit einer hohen Datenrate verbunden werden. Eine
Industrievereinigung, die InfiniBand
Trade Association, in der mehr als 160 Firmen Mitglied sind, will
den Standardisierungsprozess überwachen und vorantreiben. Mit der
Investition in die Chipschmiede möchte Intel wohl vor allem auf
entsprechende Technologie zurückgreifen können und die Etablierung des
I/O-Systems fördern.
Immerhin steckt hinter InfiniBand zu einen Teil ursprünglich ein
Vorschlag von Intel: Den Namen wählten diverse Firmen für einen
gemeinsamen Vorschlag für ein neues I/O-System, das ursprünglich unter
dem Namen System I/O geführt wurde. System I/O wiederum
ging aus der Einigung von Intel auf der einen und dem Dreier-Bund IBM,
Hewlett-Packard und Compaq auf der anderen Seite hervor, die sich zuvor
mit zwei unterschiedlichen Entwürfen für ein neues I/O-System gegenüberstanden.
Die Intel-Kontrahenten, denen sich auch beispielsweise Cisco, Adaptec
und 3Com anschlossen, hatten zuerst PCI-X
und daran anschließend Future I/O vorgelegt
unter anderem als Reaktion auf Intels Entwurf NGIO (Next
Generation I/O). Die Future-I/O-Protagonisten wollten damit Intel die
Definition künftiger PC- und Server-Architekturen nicht allein überlassen.
Ende August 1999 legten die Kontrahenten dann ihren Streit über den künftigen
I/O-Standard bei und schufen System I/O respektive InfiniBand.
Erste Spezifikationen für InfiniBand sehen eine Entkopplung des
I/O-Subsystems vom Speicher vor; stattdessen sollen
Point-to-Point-Verbindungen zwischen den Kommunikationspartner zum
Einsatz kommen. Die Kanäle, die über einen Switch geschaltet werden,
sollen eine Datenrate von 2,5 GBit/s bieten, wobei pro Kabelverbindung
einer, vier oder 12 Kanäle zum Einsatz kommen können. Ende des Jahres
bereits möchte Banderacom mit ersten Chips für InfiniBand auf den
Markt kommen. Neben Banderacom haben beispielsweise auch IBM und Intel
selbst die Produktion von InfiniBand-Chips und -Modulen angekündigt.
Erste Systeme mit InfiniBand sollen nach den Vorstellungen der
InfiniBand Trade Association Anfang 2001 erhältlich sein.
Zitat Ende.
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